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Dieser Blog ist ein Sammelsurium von Gedichten.

Freitag, 20. Mai 2011

Sleeping Beauty

Ich glaube aus seinen Fehlern lernen muss man sich angewöhnen, dies ist einem nicht gegeben. Wahrscheinlich ist das ein im Prozess des Erwachsen werdens integrierter Vorgang, ersteres liegt mir fern, was mich wiederum zu meiner derzeitigen Lebensweise führt. Meine Nächte enden immer gleich: betrunken und einsam. Desolat und übel riechend. Ich träume nicht mehr, oder nicht mehr oft. Und wenn dann von Nacktheit. Ich bin so chronisch untervögelt, dass selbst Kant sich für mich schämen würde.
Um mich rum werden alle Väter oder Ehemänner oder eben wenigstens Männer. Mein inneres Kind isst mein Über-Ich. „Working for joy in overtime“ (Patrick Wolf – Tristan). Ich drehe mich im Kreis und stolpere über meine eigenen Füße. Mein Leben ist ein Spaßmuss, ein Geschwür in der Ahnengalerie.

An sich ist es nicht schlimm. An sich ist nie etwas schlimm. Der Füllstand deines Glases findet Ende. Der Abend ist vorbei. Du hast so lange vor diesem Glas gesessen, ihr in die Augen geschaut und nichts ist passiert. Du schläfst alleine. Vergräbst dich in deine Decken. Über dir wird es hell, du hasst dich dafür. Du kannst dir nicht mehr gefallen. Du bist da! Du bist da! Kein Weg da raus. Kein Weg, es wäre so schön.

(müsste K.)

Montag, 16. Mai 2011

Eine kleine Antwort

um auf Alex Text zu antworten:

Es ist nur ein kleiner Gedanke, ein klein wenig Sein. Du kannst es nicht verwischen, es wird DA sein. Ein Bisschen Verschwinden, ein Bisschen zu klein. Du hast nie etwas an. Du bist nackt vor dir selber.
Was macht die Fee zum Dämon? Der kleine, feine Unterschied; der nicht zu schauen wo man ist und was man tut. Der Bikini ist nicht grün, zumindest nicht völlig, denn du hast vor lauter E´kel drauf gebrochen und dir den den Arsch damit abgewischt. Denn wir wollen immer auf alles scheißen.
Aber der Feenstab bleibt und macht dich so wenig verdächtig. Und ja, die Phallusmetapher ist Absicht. Swing it!
Obwohl mir die Rolle, in die du dich versetzt gefällt, lieber Alex. Aus sich selber eine fragile Figur zu machen, um sich der eigenen Zerbrechlichkeit bewusst zu werden und sie zu transpotieren und sind wir ehrlich: Feen sind bei weitem nicht so schwul wie Einhörner oder Pizza Hawaii.
Ich sage mal ich bin ein Bleistift, er schreibt dein Leben. Vorsicht, ich komme!

(müsste K.)

Dienstag, 10. Mai 2011

Music sucks, let's go fuck!

Katzen sind nachts nicht grau, sie sind auch nicht lila oder, FRAGE: können Tiere blond sein? Man könnte ihnen Extensions machen und damit echt fett Kohle abziehen. Der Tierfriseur war immer überhaupt eine verkannte Profession. Man geht mit seinem Pudel hinein und danach stinkt er nicht mehr, für etwa 4 Stunden. Wo ist der Schornsteinfeger hin, nein, zu naheliegend? Wo ist der Laternenlöscher hin, der Nachtwächter deines Seins. Mann muss heute so wenig mehr aufpassen. Schaust du dich noch um und es ist keine Paranoia? Wo ist die Angst hin?

Ein normaler Tag:

Du durchschreitest dein Morgenritual und bist kurz vor der Verpflichtung, kurz vor den Kollegen, die dich geil, oder scheiße oder zu irgendwas finden. Du machst den Schritt ins "nicht mehr nur meins" und wirst eingehüllt in Schweigen. Es ergreift dich unmerklich, kneift ein Wenig und um so öfter du es fühlst und ignorierst wird es lauter und trotzdem weiter weg. Weil so viel Zeit vergangen ist und so viel Staudammdruck kam. Wann wird er brechen?
Die Frage ist doch folgende: Wie lange, hmhm, wie viel, nein auch nicht. Wie sehr muss man sein was man ist, bis man schließlich, Illustratiion!

(müsste K.)

- 6 (Das, was du nicht verstehst)

Es war nicht die Hand auf meiner Schulter, nicht die wachküssenden Lippen, die mich verließen, als ich ihnen nicht entsprach. Es war ein kalter Hauch und wohl auch ein leises Verlangen.
Ich sollte wohl erklären, ich war erschossen worden. Für eine Idee, die so hilflos verloren war, wie eine Frau, die ihr Leben fristet, ständig wartend auf ihren Seemann, der, die Familie ernährend, große Fische jagt.
Ich war also verloren gegangen, im Warten auf Glück, war versteinert, nein, ich war eher meißelnd am Stein etwas zu schaffen. Eine Büste nur, ein Stück eines Bildes, dass ich wohl irgendwann in Haut gefasst zwischen meinen Handinnenflächen halten können würde. Es kam dazu, ich weiß es noch genau, es war ein Dienstag im Mai:

"Woher rührt der rote Punkt in deinem Auge und warum denkst du nur so viel?", sagte sie und öffnete Wein, ich sagte nichts. "Warum muss immer jeder deinem Maßstab entprechen und kannst du immer mit jedem so leicht brechen, wenn dieser nicht ist, was du magst?"

"Darin habe ich immer versagt"

Kannst du nicht sehen, ich bin auf Sand gebaut.

Diese Idee, von der ich sprach, war keine neue. Ich zupfe jede Nacht Fasern aus Federn und klebe sie zusammen zu neuen Vögeln, die nicht fliegen wollen, weil sie nicht am Leben sind.

Zurück zum Punkt: die Idee war nicht da, nicht immer zumindest. Sie schien oft auf in meinem Hinterkopf, ein Gedanke, wie ein immer wieder geschehender Sonnenaufgang, ohne dass es jemals hell wird.

Wenn ich ihn dir erzählt hätte, wärst du mit mir wahrscheinlich barfuß durchs Gras spaziert, Pferderstehlerin, hättest deine roten Haare auf meiner Brust verteilt.

Dieser fast schon banaler Funke hätte, naja, den Funken gebracht. Hätte dich in mich überschlagen lassen. Wäre gut gewesen.

Diese Idee ist Option, ist nichts mehr als Möglichkeit. Ist gewesen und wird sein, ist Warten, ist Zeit!

(müsste K.) (Nochmals danke an die Wildwuchs Bar für alles und immer und immer wieder, ihr seid toll)

Mittwoch, 4. Mai 2011

-5 (Du hast es nicht gesehen, du hast es nicht gefühlt, wie es, wenn es geschehen, vor dir, in dir wühlt)

Es ist grau und eklig,
es ist müde und satt,
es ernährt sich von Sperma,
dass es nachts gefunden hat.
Es ist suchend nach mehr,
es ist an sich ziemlich leer.
Es ist klein und macht sich groß,
wie macht es das blos?

Es kann schreien und schweigen,
es macht dich, sich zu eigen.
Es wird dir Sonne und Regen,
weint in deinem Schoß,
ist bald danach verwegen.

Es ist groß und wird klein,
wenn du näher drauf schaust,
es ist Abstand und Nähe,
je nach dem wie du es dir baust.
Es kann dich streicheln,
wenn du es lässt,
es kann dir schmeicheln,
kurz bevor du es verlässt.

Es ist warm und es ist kalt,
ist der Wiederruf,
der im Dunklen,
im Nebel verhallt.
Gibt dir Blick auf den Platz
und spricht schöne Worte.
Es ist arm,
voller Knebel,
alt,
will schick sein, ist Orte.

Es ist niemals mehr da.

Es war Licht in all deiner Blässe
Es war gut, in deinem so schlecht
Es zitierte so rotwang Hermman Hesse
Es wollte doch nur deine Haut
Es hielt dich für echt

Es kann doch nicht sein,
Dass wenn du ständig fliegst
und allen andren Poren erliegst
Du verpasst hier ein Leben
Du verpasst mich
Und ich wollte dich
für immer küssen,
eigentlich.

Es ist nicht mehr da,
Es kann nicht mehr hier sein,
Sagst du so einfach,
und lässt es sein.

Es ist Krone und Ablass,
beides zugleich,
Ist Zeigen und lass,
Deine Brust ist so weich.

(müsste K.)

Sonntag, 1. Mai 2011

-4 (Das kann nicht sein)

Der Tanz mit dem Feuer geht nie wirklich gut
Ich lauf drum herum und beobachte Staunen
Viel zu wenig Holz wird zu viel zu schöner Glut
verursacht raunen

Die Meute ist auf null gesetzt, niederes Verlangen,
barbarisch einfach hingesetzt, es war so schön
ich bin gegangen

In den Augen Glut vom Sehnen, blöd da rein gebrannt
Die Zunge ist schon taub vom sich erwähnen
Ihr riecht wie Frühling, ich nach Laub

Der Boden ist erstaunlich warm und du nicht wirklich da
Das Substitut der Angst wird feige
Es wird steinig, es wird wahr.
Lauer Wind und ich enteigne,
mich der Möglichkeit,
das ich hier noch Freude finde
tausche Fußweg gegen Heiterkeit
und ärger mich gelinde

Das mit dem Schein ist nichts
Das war mal, gestern war es noch
Lusitg flatternd angsichts
das es seltsam roch

Warum tanzt du so behindert?
Werde ich gefragt
Weil es meine Nähe mindert
Doch warum hab ich das gesagt?

(müsste K.)

Burn the Witch

Archaische Bräuche, freie Nabel, kaltes Bier. Klingt gut, kann es auch sein, war es aber nicht. Wenn man für eine Party sehr weit fahren muss, steigen mit jedem Meter Straßenbahn die Erwartungen. Man denkt an die Bacardiwerbung und an Wärme und oranges Licht, davon die letzten des Abends zu sein, die sich in Nähe der Glut verschwittzt räkeln. Dumme Idee, so etwas vorraus zu setzen oder sogar als Bedingung anzunehmen. Verzweiflung ist wohl die Mutter der Enttäuschung.
Ich stolpere durch hoch gezogene Augenbrauen und offene Münder. Ich versuche mich hinter meiner Aorroganz zu verstecken, kann ich aber nicht. Die bedienung ist hübsch und unfreundlich, kriegt mich immer. Ich hätte meine Kopfhörer zu Hause lassen sollen. Ich gehe ohne mich zu verabschieden, ich brauche Musik, ich brauche Weg und Kälte, um zu fühlen, hab mich deshalb wohl so dünn angezogen. Und es ist wunderbar. Die halbe Stunde zur Straßenbahn wird zum Highlight meins Wochenendes. Mit fällt auf, dass ich schon wieder gegangen bin, ohne den DJ zu verprügeln.
Ich verabrede mich in der Wildwuchsbar, kaum da angekommen werde ich per SMS versetzt. Ich rede mit der Cheffin über Kunst und fühle mich plötzlich sehr wohl. Ich lese was vor, unterhalte mich sehr gut und schlafe ein, als es hell ist, wache ich auf, gehe nicht heim, sondern weiter. Liege wach im Bett vor Californication und fülle Kissen mit Tränen. "Protect me from what I want" läuft in meinem Kopf und ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr, bis ich schlafe, endlich Sonntag.

(müsste K.)