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Dieser Blog ist ein Sammelsurium von Gedichten.

Samstag, 18. Januar 2014

Das ist es nicht wert (eine Hommage an Smudo – Rudi)


Lass es sein mit der Gitarre,
lass es sein
Und diesen Entwurf im Schub
lass es sein
Dieses miese Talent, ich weiß es nervt
doch, lass es sein

Wenn Du doch nichts kannst. Deine Freunde dein Publikum sind und zu jedem Ja und Amen sagen. Anteilnahme ist kein Applaus. Denn deine Stromrechnung ist nicht bezahlt, für was? Tinte kaufen oder Essen, nein, Wein!
Und gute Gedanken, so gute Gedanken. Hunger, es ist kalt, der Wein ist alle, der Hunger kommt bald.
Diese Zeile von gestern, die aus dem Traum, verhallt.

Dieser Neid, wenn alles schon da war
Lass es sein
Du wirst nicht reich
Lass es sein

Du wirst nicht erben, erfolgreich wetten, dealen, broken und das Ding auf deinem Schrank ist verschissen nochmal nicht antik.

Lass es sein

Geh stempeln, mein Freund. Mach Schichten am Fließband. 8 Stunden, 8 Stunden, 8Stunden. Weihnachtsfeier, Kopierraumfick, Gewissen, Gewissen, Frau, Haus, Kind, Kredit.

Mach es, ja mach es doch!

Sei ein Blatt im Wind, das vom Baume fiel.
Um im Unterholz zu modern,
Dein schöner Geist wird Madenfraß
Du wirst vergessen
denn es wird keinen geben
der dich vergaß.

Doch lass es doch sein
Wir werden alle gleich klein
Werden hungern, schlafen ein.

(müsste K.)

Freitag, 15. November 2013

An mein Kind



Ich möchte dir diese Welt nicht schön reden, ich will nur, dass du begreifst, dass sie immernoch ein großer Spielplatz ist. Ich möchte das du ohne Angst aufwächst, ohne Zweifel an dir selbst. Du sollst unterscheiden können welche Menschen Hölle und welche Himmel sind.
Der Versuch alles richtig machen zu wollen ist sicher so dämlich, wie das Verlangen, das alle einen mögen, nur musst du mir diese Torheit verzeihen – manchmal weiß ich es eben doch nicht besser.
Ich bin auch alles andere als eine Vaterfigur, ich bin ja selbst noch ein Kind, aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht. SO können wir die Welt gemeinsam entdecken. Denn selbst wenn ich weiß warum der Himmel blau ist und warum Regen von oben nach unten fällt, ich werde nie aufhören diese Dinge schön zu finden.
Und alles wird Musik sein. Und weil man Kindern alles verzeiht, werden wir SOOOO viele Leute verarschen. Dein Lachen wird mein Herzrythmus sein. Du bist erst 4mm groß, ein weißer, blinkender Punkt in weißem Gewabber auf schwarzem Grund. Wie der Punkt auf dem Radar, der blinkt und anzeigt, wo man hin will: zu dir!
Lass dir bloß nie einreden, dass du anders bist, nur weil du in Häuser einbrichst, um auf dem Dach den Sonnenaufgang zu sehen. Und geh, wohin du willst, aber lass von dir hören.
Ich liebe dich. Auch wenn ich zornig bin, pocht in mir dein kleiner weißer Punkt.
Wenn dieses Leben aus mir keinen Grieskram machen konnte, dann habe ich wenigstens das, es an dich weiter zu geben. Lass uns spielen gehen.

(Mario Kelling)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Ach Görlitz, ach Görlitz


Ich schaue mich um und werde älter
mit jeder Falte, die ich sehe
Diese Heimat ist genauso gut wie jede andere
Auch Italiener weinen manchmal
Doch der Schwermut ist deutsch
denn wo sonst sind die Jahreszeiten so harsch?

Der Winter zieht uns nach unten
Von 30 Grad + bis 30 Grad -
60 Punkte freier Fall
So schnell dass uns schwindelig wird
und dann das Erwachen und die Paarungslust
Die meisten Liebesgedichte werden im Mai geschrieben
true story

Und der Taumel macht uns schwindeliger, als das das Bier
als diese lausige lausige Lausitz
hier ist Alter = Recht haben
Das Recht der Älteren bringt hier Gründerzeit zu Fall
Fortschritt in SLOMO
Hier werden die Straßen noch ohne DSL verlegt
Das Handynetz geht nur bis 100 Meter vor der Grenze
zu den: POLEN
Denn die klauen, die klauen dir dein Handy
Also gibt es vorher den Dienst auf
Also gehst du da nicht hin

Scham funktioniert hier für die Anderen
Scheußliches, scheußliches Schlesien
hier brüllt man in den Raum:
„Macht mal die Musik aus,
ich kann das Gerede nicht hören!“

Die Innenstadt spricht dialektfrei
Jucheissasa, UWAGA!
Raport, Raport, ich rrrrrrrr.....apportiere
Ich habe alles vergessen,
denn hier gibt es so guten Moonkuchen
Und ich höre mich viel zu laut sagen:
„Der Typ auf der Bühne ist der Hammer,
der spricht nur in Hauptsätzen,
genau wie die Bildzeitung!“

Alles Gewichse:
Land der 13 Nobelpreisträger
Aber keiner in dieser REGION
hat die Sklaverei abgeschafft
Aber wir sind neidisch drauf
auf Den da
der ist anders
Häuserschluchten, Häuserschluchten
und nirgends ist der Horizont
Womit wir uns heute schöner machen
ist angemalter Prunk von denen die mal hier waren
im preußischen Brückenkopf
nachdem Napoleon hier zum pinkeln gehalten hat

Und wir lernen es auswendig:
Die Oberlausitz ist so wunderschön!
Da kann man schnell mal billig Kippen kaufen

(müsste K.)

Dienstag, 22. Oktober 2013

Veränderung ist ein Parametertauschproblem

Glück oder mindestens Zufriedenheit ist nur nicht das X in der Gleichung, wenn man schon einmal glücklich war, dann ist es vielmehr das einzig wirklich feststehende Partikel. Wenn Du nicht weißt was es ist und wie es aussieht oder sich anfühlt, warum willst du unbedingt da hin?

      "If you must leave, leave as if fire bruns under your feet." (Keaton Henson)

Und überhaupt: ganz sicher wäre dir dieser Moment, an den Du denken kannst, der viel zu weit zurück liegt, heute völlig egal. Ist einfach nicht mehr das selbe einen Zungenmaler in die Hand gedrückt zu bekommen. Etwas wie Glück gefühlt zu haben, macht nichts leichter, nur vergleichbarer.
Ich schrieb schon einmal: "Denk doch nicht so viel" ; heute weiß ich dazu: Regen nervt am meisten auf dem Kopf. Mach ihn aus, lass ihn stehen. Hab den Mut ohne ihn aus dem Haus zu gehen.

Denn was kann diese Gleichung, außer dir zu zeigen, dass für das Gleichheitszeichen alles stimmen muss, damit es vollkommen ist? Sei doch bitte nicht so einfältig das zu wollen. Was man dir sagt, das nicht geht, musst du nicht versuchen. Werde grau und reih dich ein, denn Gleichmut ist ein Segen. Die Lösung ist ein Kinderlied, denn wer nichts fragt, bleibt dumm. Doch wer nichts will, der hat schon alles.

Alleine und zufrieden verfaulen ist schwer. Liebe ist ganz sicher keine Lüge, doch sie taucht so verdächtig häufig in Werbung auf.

(müsste K.)

Freitag, 20. September 2013

Vergessen zu übersehen

Es ist wohl Resignation, was ich mit einkehrender Altersmilde verwechsle. Ich kann so vieles nicht mehr hören und will dazwischen gehen und mit einem guten Satz die Welt einreißen. Doch dann steht da vor mir ein Mensch ohne Eigenschaften (Danke Mark Uwe Kling) und ich beginne zu verstehen: lass ihn ziehen, das bringt nix.
Ich werde immer stiller und bin immer nur noch müde. "Die Ideale sind alle geblieben, doch der Idealismus, der ist weg!" (But Alive) Das stimmt, sehr sogar. Nur sagen das meistens Menschen, die lange nichts gesagt haben. Ein Satz sie alle zu knechten, denn erwidern mag darauf keiner was. Und so schweige ich und gähne bis mir Tränen in die Augen schießen.
Pseudophilosophen predigen Küchenpsychologie und kommen damit auch nur deswegen davon, weil selbst die Küchen heute Pseudo sind.
Psychologen erfinden Krankheiten um neue Medikamente zu verkaufen, Philosophen konstruieren Probleme in den leeren Raum, damit es sie noch ein wenig länger gibt, die Philosophen, nicht die Probleme und mein Spülunterschrank ist nur beklebter Leim.
Wer alles glaubt, glaubt gar nichts, außer er subsumiert. Und so glaube ich an die Allmacht des Dekonstruktivimus. Dem zu Grunde liegt der Konstruktivimus, der sagt, das der Betrachter das Ding erschafft, in dem er es wahrnimmt.
Für mich steckt da drin: Manchmal sehr schnell, oft aber erst nach einiger Gärzeit, beginnt der Betrachter das Objekt zu zerteilen, sei es ein Mensch oder ein Stuhl. Er erkennt die Fugen bei denen alles zusammen geht und später weiß er sogar zu vermuten woraus die einzelnen Teile bestehen und warum das da jemand jetzt so da hin gestellt hat.
Vielleicht meinte Nils Koppbruch das, als er vom Loch in der Welt sang. Das Ende der Faszination durch das Verstehen des Konstrukts. Ein blauer Himmel kann zwar immer noch schön sein auch nach dem man verstanden, warum er so aussieht, nur mystisch wird er nie mehr sein.
Irgendwann sind wir im Stande, uns nahe Dinge kaputt zu machen. Alles, was wir wirklich lieben, können wir auf das Bestialischste zerstören. Damit wir das nicht tun, sollten wir es gehen lassen. Wenn wir das nicht tun, haben wir es nicht geliebt.



    "And it all boils down, to one quotable phrase: If you love something,
    give it away." (Conor Oberst)



Ich kann so vieles nicht mehr hören. Jeder Tag ist ein mögliches Massaker an morschen Schalen und von mir angenagten Masken. Jeden Tag könnte ich ein Stück Verblendung töten. Doch ich wurde zu freundlich erzogen - eigentlich bin ich nur zu feige allein zu sterben.
Demenz! Ich kann noch nicht zurück in das Märchenschloss, aus dem wir alle kamen, um durch Buntglasfenster eine Welt an mir vorbei rauschen zu sehen, die ich nicht mehr verstehe.
Manchmal will ich hier raus, nur ist dieser Ort genauso gut wie überall, um sich zu Hause einzuschließen. Es ist einfach zu lange her, dass mich ein Mensch fasziniert hat. Ein Kind ohne neue Legosteine, baut sich vor mir immer nur alles aus dem Gleichen auf. Scheiße, ich habe verlernt mich zu wundern und zu staunen.

(müsste K.)



Treffen wir uns doch an meiner Ekelgrenze


Eine entfernte Sorge sagt Hallo
Und mir ist nicht nach Scherzen
Ihr fetter Arsch parkt auf der Couch
Unter dem Tisch lagert fässerweise Tinte
Sie hat noch eins mitgebracht

Die Wand grinst mich weiß an
Denn die alte Sorge will kuscheln, kuscheln
stinkt aus dem Mund nach Aderlass
greift sich zwischen die Beine
schmiert mir Eiter ins Haar
und kommt auf den Tisch

Ihre aderngetränkten Blicke wenn ich zusammen leime
was nicht zusammen passt
irgendwie alles kotzgrün
nicht das selbe Material
alles aus viel Hass
zu verworren zu blühen
da kommt die Sonne niemals ran
so muss Verzweiflung schmecken,
sonst ist sie nichts wert, mein Herr

Ihre Frage: „Wann hast Du angefangen aufzuhören?“
Und Ich? : „Irgendwann immer wieder.“

(müsste K.)

Dienstag, 20. August 2013

Vier Farben grün

Der Schein im Fenster,
hielt ich für das letzte Abendrot,
Es war nur das Flurlicht,
Ich ließ das rechte Fenster offen,
denn der Nachtwind trägt mich durch die Zimmer,
in denen Du auf dem Boden sitzt.

Da bastelst Du die Welt zusammen,
mit viel zu großen Schrauben.
Gestern klopfte Stillstand an die Tür,
wir machten ihm nicht auf
Unten brach er letzte Woche ein,
Und jeder sah es kommen.

Denn der Federball auf dem Dach,
erzählt uns allen die selbe Geschichte,

jede Nacht,

Doch von was sie uns erzählt,
kommt hier nicht mehr vor.

Von diesem Lachen musst du zehren,
denn schon werden diese Bilder blass,
du übermalst sie immer dunkler,
zu viel Farbe bildet Nasen.

Es wird Immernacht in deiner Augen,
in deinem Rücken bleibt das Licht.

Stolz ist wunderschöne Schminke,
nur fast keinem steht Türkis.
Und wenn du einer denkst zu sein,
so schläfst du ohne Zucken ein.

(müsste K.)