Wer schreibt hier was von Irrlichtern?
Naja, ich denke, ich.
Sie schwimmen in dem Plastikbecher,
den du mir zum Abaschen gabst
Meine Hand macht die Kerze nervös
und ich fühle dich gehen
Du bewahrst Spiegelscherben im Abendbrotteller
Wirfst nicht Zerbrochenes weg
Schaltest den Fernseher stumm
drehst dich um
Spielst deine Lieder
und der Teller vibriert
Ich schließ meine Lider,
so hast du mich zitiert
Der Verkehr kommt durchs Fenster
der Rauch fliegt hinaus
Es besitzt keinen Sinn
oder doch?
Du bist stumm
Bis: du sagst was Schlaues nach 6 Bier
Und die Jury wird sauer
Abgeranzt und unstudiert
Nur gebadet zwischen Trauer
Wie viel Angst ist böse?
Und wo gehört das hin?
Wir trinken Nacht aus Omatassen
Mama´s liebsten Gin
Sachen planen, zahlen, lassen
Vor der Tür wirds billig
der Schneepreis sinkt
Und der verdammte Regen
Die Schweine sind hilflos im Nassen
Die Bahn kommt zu spät
Wir heben die Tassen, das ist uns obsolet
Der Film ist zu Ende
Der Abend nicht ganz
Flocken tanzen im Blau
Ich schraub sie zu, diese Nacht
Und du spielst zum Tanz
(für Hed)
[mk]
Sonntag, 25. Juli 2010
Montag, 12. Juli 2010
So was schönes hab ich noch nie geschrieben
Sie ist wie der Moment in Garden State, als er beim Arzt sitzt und sie kommt und fragt ihn, ob er the Shins kenne und er das verneint und sie ihm die Kopfhörer aufsetzt mit dem Satz:“die werden dein Leben verändern.“
Sie ist die letzte Sonne des Tages, wenn es wieder angenehm kühl wird, streicht sie dir über den Rücken und dich bei dir haben als dieser Tag vergeht. Und eigentlich schreibe ich aus Konflikt aber sie füllt ihre Worte mit Bildern und schenkt mir ihren Duft dazu.
Sie kauft dir Zungenmaler, obwohl ihr beide keine Kinder seid und streckt den Bullen die Zunge raus, als sie verhindern wollen, dass ihr im Kreisverkehr die Autos anhaltet weil es viel zu spät für den Bus aus dem Nirgendwo ist und ihr betrunken beschlossen habt diese Nacht alleine zu sein.
Sie nennt dich Baby, was du schon immer zum Wort zwischen dir und einer Frau machen wolltest, dich aber nicht trautest, weil du dachtest, das wäre abfällig. Und sie sagt es dir ins Ohr wenn ihr einander erliegt und knabbert an deinem Ohrläppchen, der Stelle, die dir so gefällt.
Ihr kauft zusammen Zigaretten, damit ihr auch zusammen keine mehr habt und fragt euch zusammen durch Leute nach Joints, reckt die Faust in den Himmel und sagt Sätze für morgen.
SIE IST EHRLICH!
Und sie ist ehrlich zu dir. Sie sagt:“ Hey, magst du das hier, weil wenn nicht dann bin ich lieber weg.“ Trinkt einen Schluck Bier damit du nachdenken kannst und du fühlst dich taumelnd ob ihrer Klarheit.
Sie hasst dich nicht dafür, dass du besonders viele Fremdwörter benutzt um ihr zu imponieren und sie fragt nach wenn sie es nicht versteht, anstatt einfach drüber zu wischen und auf später zu warten.
Sie ist jetzt und das in jedem Augenblick in dem du vorhin bist, lüpft ihre Sonnenbrille damit du siehst, dass sie meint was sie sagt. Setzt ein Komma hinter jede Momentbeschreibung und wenn nur durch Blicke.
Sie lässt dich schreiben und will den unfertigen Text nicht hören, selbst wenn du bettelst.
(müsste K.)
Sie ist die letzte Sonne des Tages, wenn es wieder angenehm kühl wird, streicht sie dir über den Rücken und dich bei dir haben als dieser Tag vergeht. Und eigentlich schreibe ich aus Konflikt aber sie füllt ihre Worte mit Bildern und schenkt mir ihren Duft dazu.
Sie kauft dir Zungenmaler, obwohl ihr beide keine Kinder seid und streckt den Bullen die Zunge raus, als sie verhindern wollen, dass ihr im Kreisverkehr die Autos anhaltet weil es viel zu spät für den Bus aus dem Nirgendwo ist und ihr betrunken beschlossen habt diese Nacht alleine zu sein.
Sie nennt dich Baby, was du schon immer zum Wort zwischen dir und einer Frau machen wolltest, dich aber nicht trautest, weil du dachtest, das wäre abfällig. Und sie sagt es dir ins Ohr wenn ihr einander erliegt und knabbert an deinem Ohrläppchen, der Stelle, die dir so gefällt.
Ihr kauft zusammen Zigaretten, damit ihr auch zusammen keine mehr habt und fragt euch zusammen durch Leute nach Joints, reckt die Faust in den Himmel und sagt Sätze für morgen.
SIE IST EHRLICH!
Und sie ist ehrlich zu dir. Sie sagt:“ Hey, magst du das hier, weil wenn nicht dann bin ich lieber weg.“ Trinkt einen Schluck Bier damit du nachdenken kannst und du fühlst dich taumelnd ob ihrer Klarheit.
Sie hasst dich nicht dafür, dass du besonders viele Fremdwörter benutzt um ihr zu imponieren und sie fragt nach wenn sie es nicht versteht, anstatt einfach drüber zu wischen und auf später zu warten.
Sie ist jetzt und das in jedem Augenblick in dem du vorhin bist, lüpft ihre Sonnenbrille damit du siehst, dass sie meint was sie sagt. Setzt ein Komma hinter jede Momentbeschreibung und wenn nur durch Blicke.
Sie lässt dich schreiben und will den unfertigen Text nicht hören, selbst wenn du bettelst.
(müsste K.)
Sonntag, 6. Juni 2010
Ein Abend
Alles war gut, bis sie die Bongotrommeln auspackten. Ich hatte Bier, mein Kopf lehnte rücklinks an der Wand, die Band spielte und vor mir tanzte ein süßer Hintern. Dann Pause. Neues Bier holen. Die drei Dreadlocktypen hätten mir eigentlich verdächtig vorkommen sollen. Die waren die zweite Band, danach der Dj. Ein Msichpult war nicht vorhanden, die Übergänge holprig, die Musik zum davonlaufen, Eurodance, bah.
Rechts von mir tanzen 20 Betrunkene um einen Tisch und nennen es chinesisch. Einer rutscht auf nassem Moos aus und packt sich auf den Hintern, ich muss lachen. Schade, dass seine Stirn die Tischkante verfehlt hat. So ein Notarztbesuch hätte wenigstens noch ein bisschen Spannung in den Abend gebracht. Ich trinke 5,0 Export, das rote und mir wird schlecht, weil es nach Erbrochenem schmeckt. Wer braucht sowas? Bier, dass nach seinen Konsequenzen schmeckt. Ich nehme mir einen Freund und zieh mit ihm in die nächste Bar. Dummerweise ist sie die angesagteste der Nacht und hör links: „Das Auto muss einfach noch tiefer“....und recht:“Ja, aber dann sprach Zaratustra“ Ich nippe an meinem Bier mit dem Gedanken wer wohl dümmer ist. Gemischtes Publikum. Durch die Schwingtür in den Raucherraum und mir Kös ins Auge stecken lassen. Warum bin ich denn nur so sauer? Zurückspulen. Ich glaube die zweite Band ist schuld. Freejazz mit Cachone und Bass, dazu französischer Sprechgesang. Musik wie ein mit Fingerfarben malender Mongoloider. Jemand tippt mir rechts auf die Schulter:“ Was willste denn mit dem Palituch ausdrücken? Findeste das nich Kacke, dass du damit die Bösen supportest?“ Ich möchte ihn anspucken oder ihm ins Gesicht schlagen. Ich trete ihm auf den Fuß und sage:“Sorry.“ Achtzehntes Semester Sozialpädagogikstudent und voll was gegen Tiere töten haben. Der Fettfleck auf seinem Nasenpiercing macht mich nervös. Er findet die Band toll und mal voll was anderes. Jazz, die letzte Zuflucht der Untalentierten, danke Tony Wilson. Zitate sind wunderbar, wenn man sich nicht traut es selbst auszudrücken. Ich dreh mich weg und höre mich sagen:“Geile Location aber was für ne scheiß Band.“ Und natürlich war das Lied gerade zu Ende. Offene Münder starren mich an und die Scham zwingt mich zum Rückzug.
Vorspulen. Die Hippkneipe wird öde. Wir wechseln, Stammbar. Bekannte Gesichter. Mein Moes. Wäre ich älter würde ich wohl mein Gebiss rausnehmen, so zu Hause ist dieser Ort. Ich trinke das zu vielte Bier und setze mich zu Zweckmisantrophen. Wir verteufeln die Welt und wünschen Leuten, dies verdient haben, den Tod an den Hals.
Wieso ist Mord eigentlich verboten? Es wäre so vieles einfacher, wenn man sich mal auslassen könnte. Einfach mal ne Horde Vegetarier abstechen. Ich kämpfe mich durch Blicke zum Klo, schaue nach unten, denn mein Fuß klebt am Boden fest und lässt die Unfassbarkeit darüber übrig, wie ich auf diesem Grund je habe nächtigen können. Dunkle Zeiten. Aber peinlich ist eh nur woran man sich erinnern kann oder wird. Wenn der Abend schon mit Nacherzählungen des Vortags beginnt, ist er nur halb so viel wert wie der vorige. Ein Remix, ein Coversong von gestern, der dauert bis 0 Uhr. Dann Schweigen. Wie mit Stelzen stapft man durch die hellen Stellen der Nacht und wartet auf Nicken. Zu spät zum toll sein, zu früh um schon zu gehen. Optionen marginalisieren sich selbst und zurück bleibt ein Bleichgesicht am oberen Ende einer Budweiserflasche, dass sich für so viel schlauer hält als den Rest.
Rechts von mir tanzen 20 Betrunkene um einen Tisch und nennen es chinesisch. Einer rutscht auf nassem Moos aus und packt sich auf den Hintern, ich muss lachen. Schade, dass seine Stirn die Tischkante verfehlt hat. So ein Notarztbesuch hätte wenigstens noch ein bisschen Spannung in den Abend gebracht. Ich trinke 5,0 Export, das rote und mir wird schlecht, weil es nach Erbrochenem schmeckt. Wer braucht sowas? Bier, dass nach seinen Konsequenzen schmeckt. Ich nehme mir einen Freund und zieh mit ihm in die nächste Bar. Dummerweise ist sie die angesagteste der Nacht und hör links: „Das Auto muss einfach noch tiefer“....und recht:“Ja, aber dann sprach Zaratustra“ Ich nippe an meinem Bier mit dem Gedanken wer wohl dümmer ist. Gemischtes Publikum. Durch die Schwingtür in den Raucherraum und mir Kös ins Auge stecken lassen. Warum bin ich denn nur so sauer? Zurückspulen. Ich glaube die zweite Band ist schuld. Freejazz mit Cachone und Bass, dazu französischer Sprechgesang. Musik wie ein mit Fingerfarben malender Mongoloider. Jemand tippt mir rechts auf die Schulter:“ Was willste denn mit dem Palituch ausdrücken? Findeste das nich Kacke, dass du damit die Bösen supportest?“ Ich möchte ihn anspucken oder ihm ins Gesicht schlagen. Ich trete ihm auf den Fuß und sage:“Sorry.“ Achtzehntes Semester Sozialpädagogikstudent und voll was gegen Tiere töten haben. Der Fettfleck auf seinem Nasenpiercing macht mich nervös. Er findet die Band toll und mal voll was anderes. Jazz, die letzte Zuflucht der Untalentierten, danke Tony Wilson. Zitate sind wunderbar, wenn man sich nicht traut es selbst auszudrücken. Ich dreh mich weg und höre mich sagen:“Geile Location aber was für ne scheiß Band.“ Und natürlich war das Lied gerade zu Ende. Offene Münder starren mich an und die Scham zwingt mich zum Rückzug.
Vorspulen. Die Hippkneipe wird öde. Wir wechseln, Stammbar. Bekannte Gesichter. Mein Moes. Wäre ich älter würde ich wohl mein Gebiss rausnehmen, so zu Hause ist dieser Ort. Ich trinke das zu vielte Bier und setze mich zu Zweckmisantrophen. Wir verteufeln die Welt und wünschen Leuten, dies verdient haben, den Tod an den Hals.
Wieso ist Mord eigentlich verboten? Es wäre so vieles einfacher, wenn man sich mal auslassen könnte. Einfach mal ne Horde Vegetarier abstechen. Ich kämpfe mich durch Blicke zum Klo, schaue nach unten, denn mein Fuß klebt am Boden fest und lässt die Unfassbarkeit darüber übrig, wie ich auf diesem Grund je habe nächtigen können. Dunkle Zeiten. Aber peinlich ist eh nur woran man sich erinnern kann oder wird. Wenn der Abend schon mit Nacherzählungen des Vortags beginnt, ist er nur halb so viel wert wie der vorige. Ein Remix, ein Coversong von gestern, der dauert bis 0 Uhr. Dann Schweigen. Wie mit Stelzen stapft man durch die hellen Stellen der Nacht und wartet auf Nicken. Zu spät zum toll sein, zu früh um schon zu gehen. Optionen marginalisieren sich selbst und zurück bleibt ein Bleichgesicht am oberen Ende einer Budweiserflasche, dass sich für so viel schlauer hält als den Rest.
Sonntag Morgen in Dresden
Das Problem mit hübschen Frauen, mit denen man platonische Beziehungen pflegt, ist, dass man das nicht tut. Dieses kleine Stück Mensch in mir, ihren Hintern niedlich zu finden und sie zum Lachen bringen zu müssen, um sie eben lachen zu sehen bestimmt die Zeit, die wir auf dieser Decke im Sonnenuntergang liegen.
Sie streicht mir durchs Haar, als wäre es nichts, schaut mir in die Augen, zieht einen Mundwinkel nach oben und ich kriege zu viel. Der ukrainische Sekt lässt es dunkel werden und wir erzählen von gestern und den Menschen um uns. Ich lerne ein neues Wort Menschen mit hoher Stirn abfällig zu betiteln. Ich liebe neue Wörter und in diesem Moment liebe ich sie. Wie ihr langes rotes Haar in der letzten Sonne glänzt, wir hängen uns an den Lippen, aber küssen werden wir uns nie, weder heute noch sonst wann. Es kommt die Theorie auf, dass man nicht voraussetzen kann je wieder zu lieben, wir stehen beide auf verlorenem Posten und ich gehe bevor es peinlich wird.
Mein Heimweg wird bestimmt durch ein Cover von Ryan, Ryan nicht Brian, Adams. Wonderwall wie es Herr Gallager nie hätte schreiben können. Ich denke an die Couch auf der ich meine Nacht fristen werde, in dieser Wohnung, die nicht meine ist, mit einer Katze, die ich morgen früh noch füttern muss, bevor ich auf Arbeit gehe. Ich gehe die falsche Straße rein und lande vor meiner Lieblingsbar, deren Chef ein Wichser ist, deren Chef mein Dr. Cox Syndrom verkörpert. Ich hoffe auf bekannte Gesichter, entdecke aber nur Fielmann-bebrillte Pirnaer Ausflügler, denen wohl die tiefer gelegten Golfs vorm Laden gehören.
Ich knöpfe der hübschen Kellnerin ein Budweiser ab und merke, dass ich inzwischen zu betrunken bin um noch charmant zu sein, höre mich irgendwas pöbeln, lasse das Bier stehen, um nun wirklich schlafen zu gehen, Aktion sinnlos.
Ich kann nicht schlafen. Ich brauche was zum Arm drauf legen, die Katze will nicht und zwingen ist pervers. Also schlage ich mich mit Textideen rum und träume davon die Eier zu haben sie umzusetzen, um sie laut vorlesen zu können. Ich ermutige mich selbst mit der Begründung, dass ich alles schreiben darf, denn wenn mir jemand Schamlosigkeit vorwirft, dann war es eh das lyrische Ich.
MÖSE
Beim fünfzehnten Mal von links nach rechts drehen beschließe ich, dass diese Nacht wohl schlaflos bleibt.Ich gehe spazieren und rieche den Morgen, bevor ich ihn sehen kann. Der Krimmsekt von vier Stunden vorher färbt den Himmel lila und sorgt für mein Lächeln. Weil mir das Ganze noch nicht absurd genug ist, setze ich mich auf den Rand eines Springbrunnens, nebst eines Landstreichers, der vom Süden singt. Ich stimme ein, denn ich wäre auch gerne da. Ich tausche Tabak für Schnaps. Nach dem zweiten Refrain kommt die Bridge, aber die gerät holprig. Unterbrochen von Husten und Auswurf. Mein Kompagnon verliert die Vorderlastigkeit und kippt nach hinten in den Brunnen, Kopf unter Wasser. Ein paar Sekunden lang blubbert es lustig. Beim Kontrollschulterblick wirkt mein Spiegelbild wellig. Der Gedanke dieses Leben zu retten gewinnt, so packe ich seinen stinkenden Körper, leiste erste Hilfe und rufe den Krankenwagen. Während ich neben der Liege sitzend seine Hand halte frage ich mich welcher Kaugummi wohl stark genug ist mir den Penner aus dem Mund zu ätzen und wann ich diesen bekomme. Der Sanni sieht mich seltsam an. Ich fühle mich overdressed mit meinem Anzug neben dieser schlafenden Schönheit in Wolle und dem roten Ampelmännchen mit der Spritze voller Kochsalzlösung.Der Wagen schauckelt gefährlich und ich kämpfe gegen den Drang mich in den eigenen Schoß zu erbrechen. Wir kommen an. Beim Öffnen der Tür hasse ich mich dafür meine Sonnenbrille vergessen zu haben.
Beim Ausfüllen des Aufnahmeprotokolls mache ich mich jünger und denke mir einen Namen für meinen Schützling aus, da sich dieser wahrscheinlich jeglicher Visa entbehrt.
Rainer Essig
Ich stolpere auf dem Weg nach draußen am Heißgetränkeautomaten vorbei und fange mir ein weiß bekitteltes Zwinkern ein. Der Blick auf die Uhr lässt mich schockgefrieren, in zehn Minuten beginnt meine Schicht, die noch vier Kilometer entfernt ist. Meine Flirtversuche beim offensichtlich rosanen Krankenwagenfahrer scheitern, er hätte Pause. Nochmal drei Minuten verschwendet, zum Rennen verdammt. Und das bei meiner Unsportlichkeit. Nichts im Bauch außer Seitenstechen, kämpfe ich mich durch die Touristenmenge, blicke böse drein, damit es schneller vorwärts geht.
Als ich die Tür öffne rieche ich nach paarungswilligem Iltis, was aber bei den ganzen nach Heilsalbe duftenden Silberrücken nicht weiter auffällt. Ich begebe mich hinter meinen Stand, schließe die Kasse auf und beginne meinen Sonntag in Dresden.
Sie streicht mir durchs Haar, als wäre es nichts, schaut mir in die Augen, zieht einen Mundwinkel nach oben und ich kriege zu viel. Der ukrainische Sekt lässt es dunkel werden und wir erzählen von gestern und den Menschen um uns. Ich lerne ein neues Wort Menschen mit hoher Stirn abfällig zu betiteln. Ich liebe neue Wörter und in diesem Moment liebe ich sie. Wie ihr langes rotes Haar in der letzten Sonne glänzt, wir hängen uns an den Lippen, aber küssen werden wir uns nie, weder heute noch sonst wann. Es kommt die Theorie auf, dass man nicht voraussetzen kann je wieder zu lieben, wir stehen beide auf verlorenem Posten und ich gehe bevor es peinlich wird.
Mein Heimweg wird bestimmt durch ein Cover von Ryan, Ryan nicht Brian, Adams. Wonderwall wie es Herr Gallager nie hätte schreiben können. Ich denke an die Couch auf der ich meine Nacht fristen werde, in dieser Wohnung, die nicht meine ist, mit einer Katze, die ich morgen früh noch füttern muss, bevor ich auf Arbeit gehe. Ich gehe die falsche Straße rein und lande vor meiner Lieblingsbar, deren Chef ein Wichser ist, deren Chef mein Dr. Cox Syndrom verkörpert. Ich hoffe auf bekannte Gesichter, entdecke aber nur Fielmann-bebrillte Pirnaer Ausflügler, denen wohl die tiefer gelegten Golfs vorm Laden gehören.
Ich knöpfe der hübschen Kellnerin ein Budweiser ab und merke, dass ich inzwischen zu betrunken bin um noch charmant zu sein, höre mich irgendwas pöbeln, lasse das Bier stehen, um nun wirklich schlafen zu gehen, Aktion sinnlos.
Ich kann nicht schlafen. Ich brauche was zum Arm drauf legen, die Katze will nicht und zwingen ist pervers. Also schlage ich mich mit Textideen rum und träume davon die Eier zu haben sie umzusetzen, um sie laut vorlesen zu können. Ich ermutige mich selbst mit der Begründung, dass ich alles schreiben darf, denn wenn mir jemand Schamlosigkeit vorwirft, dann war es eh das lyrische Ich.
MÖSE
Beim fünfzehnten Mal von links nach rechts drehen beschließe ich, dass diese Nacht wohl schlaflos bleibt.Ich gehe spazieren und rieche den Morgen, bevor ich ihn sehen kann. Der Krimmsekt von vier Stunden vorher färbt den Himmel lila und sorgt für mein Lächeln. Weil mir das Ganze noch nicht absurd genug ist, setze ich mich auf den Rand eines Springbrunnens, nebst eines Landstreichers, der vom Süden singt. Ich stimme ein, denn ich wäre auch gerne da. Ich tausche Tabak für Schnaps. Nach dem zweiten Refrain kommt die Bridge, aber die gerät holprig. Unterbrochen von Husten und Auswurf. Mein Kompagnon verliert die Vorderlastigkeit und kippt nach hinten in den Brunnen, Kopf unter Wasser. Ein paar Sekunden lang blubbert es lustig. Beim Kontrollschulterblick wirkt mein Spiegelbild wellig. Der Gedanke dieses Leben zu retten gewinnt, so packe ich seinen stinkenden Körper, leiste erste Hilfe und rufe den Krankenwagen. Während ich neben der Liege sitzend seine Hand halte frage ich mich welcher Kaugummi wohl stark genug ist mir den Penner aus dem Mund zu ätzen und wann ich diesen bekomme. Der Sanni sieht mich seltsam an. Ich fühle mich overdressed mit meinem Anzug neben dieser schlafenden Schönheit in Wolle und dem roten Ampelmännchen mit der Spritze voller Kochsalzlösung.Der Wagen schauckelt gefährlich und ich kämpfe gegen den Drang mich in den eigenen Schoß zu erbrechen. Wir kommen an. Beim Öffnen der Tür hasse ich mich dafür meine Sonnenbrille vergessen zu haben.
Beim Ausfüllen des Aufnahmeprotokolls mache ich mich jünger und denke mir einen Namen für meinen Schützling aus, da sich dieser wahrscheinlich jeglicher Visa entbehrt.
Rainer Essig
Ich stolpere auf dem Weg nach draußen am Heißgetränkeautomaten vorbei und fange mir ein weiß bekitteltes Zwinkern ein. Der Blick auf die Uhr lässt mich schockgefrieren, in zehn Minuten beginnt meine Schicht, die noch vier Kilometer entfernt ist. Meine Flirtversuche beim offensichtlich rosanen Krankenwagenfahrer scheitern, er hätte Pause. Nochmal drei Minuten verschwendet, zum Rennen verdammt. Und das bei meiner Unsportlichkeit. Nichts im Bauch außer Seitenstechen, kämpfe ich mich durch die Touristenmenge, blicke böse drein, damit es schneller vorwärts geht.
Als ich die Tür öffne rieche ich nach paarungswilligem Iltis, was aber bei den ganzen nach Heilsalbe duftenden Silberrücken nicht weiter auffällt. Ich begebe mich hinter meinen Stand, schließe die Kasse auf und beginne meinen Sonntag in Dresden.
Dienstag, 4. Mai 2010
Und?
Die Kolonne der Probanden
Die Entrückten machen Reihe
Weil sie nicht im Leben standen
Nicht haltbar, alles Laien
Mensch 30 & noch kein Kredit?
Was soll denn mit euch werden?
Ihr sollt doch nur als Weltprofit
Und nicht den Turm gefährden
Schade, denn jetzt müsst ihr weg
Lifestylefixer und nicht ihr
ja, ihr verfault im Dreck
Den Ikealemming brauchen wir
Hier wird die Pflicht zur Kür
Hand an Hand, Hand an die Wand
Und durch die Gittertür
Ihr seht euch ähnlich, Knastgewand
Nächster Punkt der Strick
Geräusch: der Leibnitzknack; Genick
Die Leiber zucken, 1g Kraft
Die Klappe schwingt, dann Stille
Es platzen Augen, weißer Saft
Der Strick brach Hals, brach Wille
Die Studie Leben durchgeführt
Und Leichensack und zugeschnürt
Kaum kalt, der Kopf wird aufgemacht
Skalpell, den Freak verstehen wir
Nächster! Feuer, Ascheschacht
Das Katalogblatt "Er" bleibt hier
Die Entrückten machen Reihe
Weil sie nicht im Leben standen
Nicht haltbar, alles Laien
Mensch 30 & noch kein Kredit?
Was soll denn mit euch werden?
Ihr sollt doch nur als Weltprofit
Und nicht den Turm gefährden
Schade, denn jetzt müsst ihr weg
Lifestylefixer und nicht ihr
ja, ihr verfault im Dreck
Den Ikealemming brauchen wir
Hier wird die Pflicht zur Kür
Hand an Hand, Hand an die Wand
Und durch die Gittertür
Ihr seht euch ähnlich, Knastgewand
Nächster Punkt der Strick
Geräusch: der Leibnitzknack; Genick
Die Leiber zucken, 1g Kraft
Die Klappe schwingt, dann Stille
Es platzen Augen, weißer Saft
Der Strick brach Hals, brach Wille
Die Studie Leben durchgeführt
Und Leichensack und zugeschnürt
Kaum kalt, der Kopf wird aufgemacht
Skalpell, den Freak verstehen wir
Nächster! Feuer, Ascheschacht
Das Katalogblatt "Er" bleibt hier
Samstag, 1. Mai 2010
Der Aspirant
Meine Trauer fließt an der Hauswand runter
Hand hoch! Wer ist hier losen Kopfes?
Ich stehe unter Tatverdacht,
Auf den Gesteig tropft es
Morgens 4 bis abends acht
Der Plot reißt mir die Haare aus
Der Aspirant stinkt sauer
Er spuckt dich an und geht nach Haus
Wo die Narkose lauert
So ruht die Hand am rechten Ohr
Die andre schließt den Mund
Und runterschlucken, das kommt vor,
ist nur nicht gesund...
Hand hoch! Wer ist hier losen Kopfes?
Ich stehe unter Tatverdacht,
Auf den Gesteig tropft es
Morgens 4 bis abends acht
Der Plot reißt mir die Haare aus
Der Aspirant stinkt sauer
Er spuckt dich an und geht nach Haus
Wo die Narkose lauert
So ruht die Hand am rechten Ohr
Die andre schließt den Mund
Und runterschlucken, das kommt vor,
ist nur nicht gesund...
Sonntag, 18. April 2010
Der Morgen, den es gab
Ruhelos mein Bein, kann dem Zittern nicht entkommen
3. Runde Drehtür
Wer hat diesen Stuss ersonnen?
Und vor allem wofür?
Ich stoß den Zahn am Nagelbrett
mein Nagel bricht am Zaun
Ich zwick mich selbst am Oberarm
hol mich wach aus diesem Traum
Ich träumte du warst nackt bei mir
zogst deinen Duft durchs Zimmer
Ich träumte du warst gern bei mir
das warst du früher immer
Ich schmink mich fröhlich mit Kaffee
Die Nacht bade ich weg
trockne mich mit 4-Blatt Klee
Es hat ja keinen Zweck
Die Stadt ist voller toter Münder
Hier riechts im Frühling schon nach Laub
Und dieser Blinde könnte sehen, verstünd´er
aber dafür bin ich taub.
3. Runde Drehtür
Wer hat diesen Stuss ersonnen?
Und vor allem wofür?
Ich stoß den Zahn am Nagelbrett
mein Nagel bricht am Zaun
Ich zwick mich selbst am Oberarm
hol mich wach aus diesem Traum
Ich träumte du warst nackt bei mir
zogst deinen Duft durchs Zimmer
Ich träumte du warst gern bei mir
das warst du früher immer
Ich schmink mich fröhlich mit Kaffee
Die Nacht bade ich weg
trockne mich mit 4-Blatt Klee
Es hat ja keinen Zweck
Die Stadt ist voller toter Münder
Hier riechts im Frühling schon nach Laub
Und dieser Blinde könnte sehen, verstünd´er
aber dafür bin ich taub.
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