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Dieser Blog ist ein Sammelsurium von Gedichten.

Freitag, 29. April 2011

Anfrage

Alex hat mir gerade offenbahrt, dass er nicht plant mit der Schreiberei berühmt zu werden. Ich entgegnete, dass diese Lebensplanung eine riesige Sollbruchstelle hat: Woher kommen dann die Chicks? Das ist in etwa so wie die allein erziehende Mutter, die ihrem Nachbarn einen bläst, obwohl der das Kinderbett nicht aufgebaut hat.
Wir sind also wider bei der Diskussion: Kunst um zu leben oder ein Leben der Kunst; und die findet einfach kein Ende, nervt. Enthauptet man den Anspruch, wenn man an sich selbst ein Preisschild hängt?

(müsste K.)

-3 (Großartig versaut)

Rostig, wenig unporöser Abend.
Brücken schlagen ohne Ufersicht.
Lustig, wenig im Moment.
Ich verstehe deine Locken nicht.
The nights I spend.

Die Glut ist ab, der Traum ist aus.
Wir werden nie die Laken.
Warum warst du denn hell für mich,
zwischen all diesen Spakken.

Dein Kleid hängt sich auf am Nagel,
Du wirst stückweis' unperfekt.
Wir machen uns Whiskey-Cola,
aus Mangel an Substanz mit Wasser gestreckt.
Wir werden dünn.

Ich suche dieses Stück in dir.
Ein wenig mehr.
Warum steck ich dir nicht einfach Blumen ins Haar,
Ist das nicht für den Graben?
Ich werde es zertreten,
Ist dir das klar?
Mich bis dahin an dir laben.

(müsste K.) - (danke der Wildwuchsbar für inspirierende Drinks und Ambiente)

Sonntag, 24. April 2011

- 2 (Anfang)

Leg dich nie mehr auf mein Schulterblatt,
es sei denn, du willst bleiben,
hab es bitte niemals satt,
all meine Fehler und mein Treiben

Die Tinte geht nicht ab vom Finger,
Und das weißt du wohl.
Ich kann dir nichts versprechen
Kalt ist anders, kalt ist hohl
Daran kannst du mich nicht messen.
Silberstreifen, Plangesülz
Grüne Kupferdächer so weit weg
Und du wirst nie mehr vergessen
in der Schachtel, mein Versteck

(müsste K.)

Hau doch ab, du "Vor der Tür"!

Suche einsame Berghütte mit Lieferservice und Badewanne. Ich will Leaving Las Vegas spielen und in hellen Momenten weiße Seiten füllen. Wenn mich dann irgendeine in einen Sturm geratene Wandergruppe tot auffindet, kann sie die Seiten unter ihrem Namen veröffentlichen und mich hat es nie gegeben. Ich habe es so satt mit dieser Option genannt Normalität zu leben und wie sie mir ständig in den Hinterkopf beißt. Mir gefällt die Paul-Kalkbrenner-Idee. Sich einweisen lassen, bis das Werk vollendet ist. Auf Psychopharmaka bin ich wahrscheinlich sogar zu was zu gebrauchen.
Das Gedicht "Wenn dein Leben ein Film ist, schmerzt es immer die Filmrolle zu wechseln" rührt von der Kritik einer Freundin, ich würde mich verhalten, als wäre mein Leben eine verdammter Film und ja das wäre schön und ich arbeite daran, das so zu lassen.

(müsste K.)

-1 (Über den Robbentöter in Sehnot)

Ich dichte nicht an,
ich bin nur da,
dokumentiere dein Vergessen [unserer Nähe]
dieser in Schweigen getränkte Morgen
Was ist wahr? Lass es es uns nachlesen!
Das Wasser ist schal
Du verdurstest im Sturm
Gezeitenwende, Sandbankende
Es riecht nach totem Bauchgefühl in der Nacht
dass dich ungewöhnlich schweigsam macht

Der Sinn geht spazieren
Wir schauen ihm nach
Orientierung verlieren
Black-Out im Dunkeln

Ich muss mir auf die Zunge beißen
Dieses Wort ist Jauche im Wein
Hol es zurück, polier es zum Funkeln
du kannst es zerreißen
oder lass es doch besser sein

Wo ist deine kalte Hand?
Ich halte nasse, kalte Luft
Wo ist es hin, dein kaltes Land?
Wo ist dessen lila Duft?
Den jemand dort, für dich erfand

Deine agressiven Grenzen ziehen sich von mir zurück
Ich geh ihnen entgegen, nur noch einmal, ein kleines Stück

(müsste K.)

Donnerstag, 21. April 2011

trippy Trip

Warum müssen Klischees immer stimmen. Ich spreche von meiner polnischen Mfg nach Dresden. Bleifuß und Kirmestechno. Immerhin besser als Fiat und mit 110 dahinzuckeln. Mit der Anschluss-Mfg wird das immer weniger egal. Vielleicht weil ich jetzt endlich sowas wie wach bin. Man mag mich feige nennen, aber ich finde 20 Meter Sicherheitsabstannd bei einer Geschwindigkeit von 210 km/h schon nahe an der Fahrlässigkeit. Ich war noch nie ein guter Beifahrer, ich bremse mit, mache Laute wenn es knapp aussieht. Selber fahre ich auch gerne rasant, ich traue es nur anderen nicht zu. In Geschwindigkeitsbereichen in denen der Tunnelblick zur Anwendung kommt, wird mir schlecht, ich beginne zu schwitzen und kralle mich irgendwo fest. Vom Fahrer dieses 5er BMW Touring werde ich seltsam belächelt und gefragt, ob er mir nicht ein Beruhigungsbier an der nächsten Tanke kaufen soll. Nee, soll er nicht, er soll verdammt nochmal langsamer fahren. Natürlich erreichen wir das Ziel in Rekordzeit, aber eben auch mit durchgeschwitztem Shirt und einem Krampf in der Hand.
Bin ich spießig?

(müsste K.)

Dienstag, 19. April 2011

Geh in die Grube, Hündin der Nacht

Der Mörder in mir, hat dich längst gesehen, er will dich zerstören
er will dich vorerst verstehen, das kleine in mir, was dich umbringen will,
ist grad noch genügsam, ist grade noch still, es will dir nichts sagen
kein Weg, kein von mir weg, Ich leg mich noch zu dir und du lenkst den Zweck

Ich habe Durst, unstillbar, verlange! Ich rieche Haut, blutig, noch lange
bleib ich wach, beim Gedanken daran, wie ich dich in dich greifen könnte und dann
lieg ich im Schweiß unserer Nächte zu zweit, ich vernehme nichts, doch bin ich bereits,
da, ich ahne, sehe fern, wie der Morgen mir dein Herz schenken wird.

Dein zugeklebter Mund, meine Messer an deinen Adern, deine tränenden Blicke,
die nach Leben noch hadern. Ich presse Finger aufs Band, das den Ruf nie verstand.
Tausche Hiebe mit Vögeln, als dein Sein schon verschwand. Ich nehme Beil, spalte Scheite,
Davor spaltete ich dich, und mich jetzt noch strafen, das kannst du nicht.

Du bist eine Nummer, fühl dich nicht...dein Verschwinden hat geringes Gewicht, es ist lose, es schwebt so frei im Raum, wer spürt dich denn schon, wer fühlt dich noch, kaum bist du ehemalig, bist blau im Gesicht, wird dein Körper blasser, er ist einfach nicht, er wiegt eine Weile, dann wird er ganz leicht, ich greif deine Hände und zieh dich dahin, wo du niemanden störst, wo du – schrei doch für mich! - hingehörst.

Ich schaufel dich zu, am Feldrand, Vergessen, Dass dich hier jemand findet, Vermessen. Ich schaufel dich zu, mein weiteres Erliegen, dem Sinnen nach Hochmut, dem Sinnen zu siegen. Unter Metern aus Erde liegst du im Staub, und es ist nichts als Asche, und mit dem Laub bist du stumm. Keiner wird deine Geschichte erfahren und sie kommen mit Hunden und Lichtern, die Narren.

(K. und P. Scheinerei, muss sein)